Tapas España, Berlin

Es gibt da so einen Grundsatz unter Power-Fresssäcken: „Niemals die Deko essen!“ Das kann ja gelegentlich ganz sinnvoll sein – besonders in leicht überkandidelten Restaurants kann es nachgerade lebensgefährlich werden – aber im Tapas España MUSS man die Deko mitessen, sonst verpasst man das beste.
Bevor man im Tapas España allerdings die Deko mitessen kann, muss man erst mal was bestellen. Logisch. Also die Karte zur Handgenommen und… holla, die Waldfee, jede Menge Lesestoff. Also stärken wir uns erstmal mit einem sinnigen Getränk. Ein frisches San Miguel vom Hahn bietet sich an, oder doch gleich einen Wein? Hier haben sie jede enge Spanier, die nicht auf Rioja oder Tempranillohören, das könnte interessant werden!
Logisch, dass die Speisekarte umfangreich ist. Das ist in jedem Tapas-Laden so. Wenn man sich einen Haufen kleine Häppchen bestellen soll, dann muss auch ein Haufen kleiner Häppchen auf der Karte stehen. Was zur Folge hat, dass ich mich mal wieder nicht entscheiden kann… könnte, denn für Kantonisten wie mich hat der weise Küchenchef Tapas-Platten auf die Karte gesetzt. Kalte Tapas, warme Tapas, Tapas mit Fisch, Tapas mit Fleisch, Tapas für eine Person, für zwei Personen, Tapas Auswahl vom Chef… Moment, die nehmen wir!
Und die Entscheidung haben wir nicht bereut. Fritierte Sardinen, getrocknete Tomaten, angebratene Chorizo-Scheibchen, aromatische Klöpschen, Calamares im Bierteig, dazu Mojo Rojo und Mojo Verde wie auf den Canaren… eine majestätische Menge Zeugs, die appetitlich angerichtet auf einer Salatblatt-Deko vor uns liegt. Nicht lange, denn das Material schmeckt viel zu gut, als dass man gravitätisch-authentisch daran herumknabbern wollte, jetzt wird eingefahren, heißahoppsa!
Und plötzlich war nur noch die Salatblattdeko da. Und natürlich die von vergangenen Freuden kündenden Saucenreste, der Zitronensaft, das aromatische Olivenöl. Verwegener Gedanke: Könnte man das Zeugs nicht mit den Salatblättern aufmoppen? Man kann nicht, man muss! Blankgeputzt geht die Platte zurück in die Küche: wer hier die Deko nicht mitisst, ist selber schuld.

Tapas España
Rheinstr. 32
12161 Berlin
030 8529422

www.tapas-espana.de

Hell oder Dunkel 3, Berlin

Weil der Südwestkorso-Glühwurm zum 1. Februar überraschend schließen musste, war meine Skatrunde kurzzeitig heimatlos. Schwierige Situation, denn wir stellen hohe Ansprüche an die Läden, die wir mit unser Gegenwart beglücken, deshalb unterzogen wir diverse Friedenauer Lokalitäten einem rigiden Leistungstest, den vollkommen überraschend das „Hell oder Dunkel“ für sich entschieden hat. Die Kriterien waren folgende:
1. Die Bedienung muss einen angenehmen Anblick bieten und freundlich & verständnisvoll sein. Wenn man gerade einen Grand mit Vieren mit 59 versenkt hat, das nächste Blatt aufnimmt und nichts als einen Haufen Luschen sieht, braucht die Seele Trost und das Auge Entlastung, wenn man ein frisches Bier bestellt.
Hier kann das „Hell oder Dunkel“ in jeder Beziehung punkten.
2. Der Spielort darf nicht zu gediegen sein. Wir spielen lieber in eher rauhbeiniger Atmosphäre, weil’s dann nicht so auffällt, wenn Jürgen und Kurt sich dauernd anschreien.
Auch das passt im „Hell oder Dunkel“: hier wird ernsthaft Fußball geguckt, da fallen Jürgen und Kurt überhaupt nicht auf.
3. Wir benötigen dunkles Weizen (Kurt), alkoholfreies Weizen und Weißwein (Jürgen), Pils und Rotwein (Harry und ich), um spielerisch auf Tour zu kommen.
Das Getränkeangebot im „Hell oder Dunkel“ ist über jeden Zweifel erhaben. Insbesondere das selbstgebraute Bier wächst einem mit der Zeit ans Herz bzw. an den Gaumen. Auch das Weinangebot kann sich sehen lassen. Wird noch ‘ne Weile dauern, bis wir alles durchprobiert haben.
4. Das Essen darf nicht zu überkandidelt sein, sonst meckern Kurt und Harry.
Im „Hell oder Dunkel“ gibt’s richtig gutes Kneipenessen. Die Standard-Beilage sind Bratkartoffeln, ordentlich speckig-fettig, nix für Diät-Fetischisten. Ansonsten Schnitzel in allen Variationen, schöne gebratene Heringsfilets (!), diverse Burger und derzeit ist ein ganz ausgezeichneter Spanferkelrollbraten mit selbstgeklöppeltem Sauerkraut und den erwähnten Bratkartoffeln für schlappe 8,50 im Programm, schlichtweg sen-sa-tio-nell. Kurt bestellt immer die Knoblauchsuppe, weil die „genau wie auf Mallorca, bloß besser“ ist.
Insgesamt eine sehr, sehr angenehme Kneipe. Nicht nur für ehemals heimatlose Skatrunden.

Hell oder Dunkel 3
Laubacher Str. 28
14197 Berlin
030 89 73 36 20

Mendoza-Grill, Berlin

Man sollte doch öfters die Verwandschaft besuchen. Monatelang hatten wir den Besuch verschoben, immer war was angeblich wichtigeres dazwischengekommen, aber nun war es soweit, endlich mal die liebe Tante in Neu-Westend besuchen. Neue Wohnung bewundern, alles fein, alles frisch, alles super, und jetzt gehen wir Mittagessen! Wohin? Ins Steakhaus um die Ecke… na schön, irgendwas werd ich auf der Karte schon finden…
Um die Ecke lag das Mendoza, und es sah aus wie alle Steakhäuser um die Ecke.
Typische, vage südamerikanisch angehauchte Steakhaus-Folklore, schon am helligsten Mittag ein wenig duster, damit der Gaucho denkt, die Dämmerung ist gekommen und sich ein Bier bestellt. Das tat ich prompt, das Budweiser war ausgezeichnet. Mit der Innenarchitektur aus dem Steakhaus-Baukastensystem mochte ich mich nicht lange abgeben, immerhin vermerkte ich ein außergewöhnlich prall bestücktes Salatbüffet, ich steckte meine Nase in die Karte, entdeckte die üblichen Verdächtigen, die um die Ecke lauern: Hüftsteak, Rumpsteak und Filet in diversen Größen, und da ich mich nie entscheiden kann, nahm ich einen Grillteller mit Schwein, Rind und Lamm, Pommes und grünen Bohnen für rekordverdächtige 11,90 Euro. Den Schnäppchenjäger-Vpgel schoss allerdings die geduldigste Gemahlin von allen ab, Spareribs und Salat satt (beides kann unbegrenzt nachgeordert werden) für unschlagbare 10,90 Euro. Ja, Wahnsinn, bei solchen Preisen kann ich noch 3,20 Euro zusätzlich auf den Kopp hauen und auch ans Salatbuffet gehen.
Die kleine Überraschung: die Salate nebst diversen Saucen hätten einem dreimal so teuren Restaurant zur Ehre gereicht. Da war nix Convenience, da war alles liebevoll selbst geschnippelt und angerichtet, und der Salatier war auch vor Dingen wie Rosenkohl und gebackenem Blumenkohl  nicht zurückgeschreckt, die man eher nicht an der üblichen Salattheke vermuten würde.
Die große Überraschung kam mit den Hauptgerichten: das war richtig gutes Essen. Das Fleisch auf meinem Grillteller war reichlich, perfekt rosa gebraten, die Pommes knusprig und die frischen grünen Bohnen waren genau richtig mit Kräutern, Zwiebeln und Knoblauch gewürzt… ausgezeichnet!
Die Spareribs spielten nicht ganz in der Tony-Roma-Liga, aber sie waren verdammt nahe dran. Das Fleisch fiel vom Knochen, die Barbecuesauce war selbstgemacht und mundete hervorragend, und auf dem Teller lagen zwei lange Rippen-Reihen, gern hätte die geduldigste Gemahlin nachgeordert, sie war aber schon nach der ersten Portion angenehm gesättigt.
Auch wenn’s „nur“ ein Um-die-Ecke-Steakhaus ist, von der hier gebotenen Qualität und Küchenleistung kann sich die Konkurrenz, zu der man normalerweise hinpilgert, eine dicke, saftige Scheibe abschneiden. Die Tante wird sich wundern, wie oft sie in Zukunft Besuch bekommen wird.

Mendoza-Grill
Spandauer Damm 157
14050 Berlin
030 3051515
www.mendoza-berlin.de/

Lindenbräu im Sony Center, Berlin

Da kommt man während der Langen Nacht der Museen nachts um halb elf erschöpft aus dem Filmmuseum und denkt, dass man eine gute Idee hat: „Jetzt ein lecker Weizen im Lindenbräu!“ Ab geht’s im Schweinsgalopp, sind ja nur ein paar Meter…
Oha! Ist ja ziemlich voll, da sind noch mehr auf die gleiche Idee gekommen. Moment, da stehen gerade drei Herrschaften auf, ein freier Tisch, da setzen wir uns…
„Da braucht ihr euch gar nicht erst hinsetzen. Erstmal wird hier in Ruhe alles abgeräumt, vorher geht hier gar nichts!“
Pardon. Das wussten wir nicht, das hier keine Kellner mehr arbeiten sondern pöbelnde Kompetenzsimulationen. Macht aber nix. Es gibt ja auch woanders Bier.

Lindenbräu
Bellevuestr. 3-5

10785 Berlin
030 25751280

www.lindenbraeu-berlin.de

Elisabethschenke, Podersdorf am See

Könnte man sich ohne Ohren in das Podersdorfer Nachtleben stürzen, dann wäre die Elisabethschenke die unangefochtene Numero Uno unter den Heurigen. Der Wein ist wirklich ganz, ganz ausgezeichnet (Der Welschriesling! Der Sauvignon Blanc! Die TBA!), die Brotzeiten sind üppig, was Portionierung und Fett- und Proteingehalt angeht, und im Garten des Lokals sitzt man wirklich sehr, sehr angenehm. Hin und wieder gibt es Specials wie z. B. einen ausgezeichneten Schweinebraten oder das überbackene „Winzerbrot“, na, hier lässt sich’s doch aushalten…
…würde man sagen, wenn man auf ein Hörgerät angewiesen ist und dasselbe abschalten kann. Denn was die akustische Untermalung des Heurigenabends anbelangt, haben die Inhaber leider die Ohren stramm rückwärts gerichtet und lassen krachlederne Volksmusik und stramm auf 2/4 gebürstete Schlager aus den Boxen schallen.
Wer mich kennt, weiß, dass der Wein schon sehr, sehr gut sein muss, damit ich meine verwöhnten Gehörgänge dieser Tortur aussetze, und, wie ich bereits schrieb, der Wein IST so gut. Ein-, zweimal die Woche suchen wir die Elisabethschenke auf. Auf ein Achtel oder zwei. Mehr ist akustisch nicht zu verkraften.
Wobei in diesem Jahr (2010) Hoffnung aufkam: hin- und wieder mogelte eine Art Guerilla-DJ den ein oder anderen 50er-Jahre-Rock’n Roll-Titel zwischen die Volks-Schmonzetten? Sollte hier ein behutsamer Modernisierungskurs gefahren werden? Dann wird die Elisabeth-Schenke in zehn, zwanzig Jahren bei den Beatles und den Stones angelangt sein. Dann kann man endlich etwas länger bleiben.


Elisabethschenke
Seestr. 88
A-7141 Podersdorf am See
+43 / 2177 / 2240

members.aon.at/elisabethschenke

Strandkaufhaus Karner, Podersdorf am See

Das Strandkaufhaus Karner ist eine Podersdorfer Institution, dieser atemberaubende Ramschladen steht auf einer Sehenswürdigkeits-Stufe mit Leuchtturm, Dorfkirche und Windmühle, wer sich bei Karner nicht mit sinnlosem Quatsch eingedeckt hat, kennt Podersdorf nicht, war nicht im Burgenland, weiß nicht, was Urlaub ist.
Hier bekommt man alles, was der Urlauber benötigen könnte. von der Zeitung bis zur Wurstscheibe, vom Kaugummi bis zur Fahrradkarte. Starprodukt des Hauses ist das „Potenzerl“, ein weißlicher Schnaps, im Spermium-förmigen Portionsfläschchen direkt an der Kasse offeriert.
Was soll ich sagen? Bei Karner bewahrheitet sich die Kaufmanns-Weisheit „Es gibt für alles Kundschaft“, und die beiden Damen verkaufen dieses alles mit unendlicher Geduld und Freundlichkeit. Von der Morgenzeitung bis zum Late-Night-Wein fürs Hotelzimmer: der Takt des Podersdorfer Lebens wird bei Karner vorgegeben.

Strandkaufhaus Karner

An der Promenade 1
A-7141 Podersdorf am See

+43 2177 2338

Jagakölla, Podersdorf am See

Was finden die Einheimischen nur an diesem Laden? Was den Jagakölla anbelangt, stehe ich vor einem Rätsel. Die Einheimischen aus dem Seewinkel lieben diesen Laden, wenn man sie fragt: „Wo kann man denn hier gut essen?“ ist der Jagakölla meist unter den Top Five… und ich versteh nicht warum.
Dies Jahr haben wir’s mal wieder probiert. „Muss doch was dran sein, wenn sogar die Dings hierher kommt… Vielleicht ist das Essen ja besser geworden…“
Also hereingestürmt, die Inneneinrichtung gewürdigt (man kann nur hoffen, dass dieses Geier-Wally-Interieur irgendwie ironisch gemeint ist) und anschließend das Auge auf Entspannungsreise in die Speisekarte geschickt. Bevor ich „Blunzengröstl“ lesen konnte, war auch schon der hastig georderte Welschrieslign schon da… Sapperment! Der Wein ist gut. Nicht ganz so gut wie z.B. beim Seehoada, aber viel besser als beim letzten Mal hier. Vielleicht hat sich ja auch was in der Küche getan…
Wo war ich… Ach ja, Blunzengröstl. Warum denn nicht? Ist eins meiner Lieblingsgerichte aus der deftigen Abteilung, allzuviel kann man an Bratkartoffeln mit gebratener Blutwurst nicht verpfuschen, also wird Blunzengröstl geordert.
Beim Blunzengröstl gibt es zwei Schulen: die eine, die gebratene Kartoffeln und gebratene Blutwrurstscheiben bauernfrühstücksmäßig vermengt und den Kren (Meerrettich) drüberhobelt, und die andere, die alles in separaten Häufchen serviert. Beim Jagakölla folgte man der zweiten Schule, und die Blutwurst war – für meinen Geschmack eher warm gedünstet als wirklich gebraten. Die Kartoffeln hingegen waren kross, trocken und sorgfältig entfettet…
Ja, Teufel noch eins! bestell ich mir wirklich Blunzengröstl, um entfettete Kartoffelscheiben zu essen? Ich bin im Urlaub, gebt mir Fett und Protein, aber in Massen, bitteschön!
Man verstehe mich nicht falsch, das war alles handwerklich sauber gemacht, ich hab eigentlich überhaupt nix zu meckern, aber Blunzengröstl kenn ich anders. Deftiger. Fettiger. Appetitlicher.
Es hat ja nicht schlecht geschmeckt. Ich hab’s komplett verputzt, einen zweiten Welschriesling getrunken, und mich über den wirklich sauscharfen Meerrettich gefreut. Aber wenn der Meerrettich das beste am Blunzengrostl war, dann kann man’s noch optimieren. Andererseits… wenn es den Einheimischen genau so gefällt? Wie gesagt, was den Jagakölla anbelangt, verstehe ich sie nicht.

Jagakölla

Weinberggasse 1a

A-7141 Podersdorf am See
+432177-2848

www.jagakoella.at

Seehof Gisch, Podersdorf am See

Hier ess ich meistens Risotto. Das machen sie wirklich ganz unnachahmlich, sie müssen einen Risotto-Magier in der Küche stehen haben, der stets diese wunderbar schlotzige Konsistenz hinbekommt, die gerade noch eben so viel Biss hat, dass es eben noch Risotto und nicht schon Reisbrei ist. Herrlich.
Dies Jahr steht ein Eierschwammerl-Risotto (für die Nordlichter: Eierschwammerl sind Pfifferlinge) mit saftig gegrillter Hühnerbrust auf der Karte, das hab ich mir hochzufrieden einverleibt.
Wenn ich auch mit Wehmut an das einstige Star-Gericht des Hausess denken musste, das stark Parmesan-lastige Spinatrisotto mit knoblauchgebratenem Zander, das ich bis vor drei Jahren bestellt habe, ohne einen Blick in die Karte zu werfen. Und dann haben sie’s von der Karte genommen, was zu einem herben Zerwürfnis zwischen mir und der Inhaber-Familie geführt hat. Auch wenn’s hier zahlreiche burgenländische Spezialitäten ohne Risotto gibt, eins meiner Liebingsgerichte verschwindet nicht von den Karte, ohne das ich lautstark dagegen polemisiere. Auch in diesem Beitrag. Bis es wieder auf der Karte auftaucht (1. Möglichkeit) oder bis sich jemand meiner erbarmt und dem Koch sagt: „Dann mach dem nervenden Piefke einfach ein Spinatrisotto mit Knoblauchzander, damit er endlich eine Ruhe gibt!“ (2. Möglichkeit).
Wobei die anderen Gerichte auf der Karte ebenfalls nicht zu verachten sind. Kochen können sie wirklich im Seehof Gisch. Die geduldigste Gemahlin von allen erfreute sich in diesem Jahr an einer frischen, leichten Apfel-Sellerie-Cremeuppe, sowie an einem ganz köstlichen Kalbsrahmbeuscherl mit lockerem Semmelknödel, mit einigen gelbe Paprikastreifen und einer Handvoll Eierschwammerln aufgebohrt, ohne die klassische Bodenständigkeit dieses deftigen Gerichts zu verlassen. Dazu die selbstgekelterten Weine (unbedingt die ausgezeichnete Cuvée „Trias“ probieren!), die schöne Terrasse… hier kann man’ aushalten, hier geht man gern ein zweites Mal hin, wenn man in Podersdorf ist. Nicht nur zum Risotto-Essen.

Seehof Gisch

Seeufergasse 23
A-7141 Podersdorf am See
+43 2177 2380

www.seehof-gisch.at/

Taberna de Bellas Artes, Berlin

Wenn die Italiener uns aus einem WM-Turnier entfernt oder gar den Titel errungen haben, dann dauert es eine ganze Weile, bis ich wieder unbeschwert ein italienisches Restaurant aufsuchen kann.
„Der hat doch hinter meinem Rücken über mich gelacht!“
„Unsinn, das bildest du dir ein!“
„Nein, ich spinn doch nicht. Der macht sich lustig, weil die einen Stern mehr auf dem Trikot haben.“
„Du reißt dich sofort zusammen, oder wir gehen.“
„Dann gehen wir eben, ich wollte sowieso nicht zum Italiener. Angeber, azurblaue!“
Da Italien sich erfreulicherweise ohne viel Federlesens bereits in der Vorrunde aus der WM 2010 entfernt hat, stehen mir viele erbauliche Stunden in der italienischen Gastronomie bevor.
Dummerweise ist das Taberna de Bellas Artes ein spanisches Restaurant. Das haben wir vor kurzem für uns entdeckt, und wirklich ganz ausgezeichnete Tapas genossen.
Tapas sind für mich gemacht. Hier ein Häppchen, da ein Häppchen, immer eine neue Geschmackssensation, wunderbare Sache. Da bleibt man bei den Vorspeisen, wechselt beim Wein von weiß auf rot und geht satt und glücklich nach Hause.
„Also, die Gambas al ajillo waren wirklich…“
„Die warme Chorizo, ein Gedicht…“
„Und erst die Knoblauchmayonnaise…“
Hachja.
„Wollen wir nicht mal wieder zum Spanier, in die Taberna?“
„Ich weiß nicht, die Bedienung hat das letzte mal so komisch gegrinst. Und sich an die Stirn gefasst. Und was gesagt, was sich wie ‘Puyol’ anhörte… Wollen wir nicht doch lieber zum Italiener?“

Taberna de Bellas Artes
Pfalzburger Straße 72a

10719 Berlin
030 88680541

www.bellas-artes.de

Kuchi, Berlin

Ich bin nun nicht sooooo der Sushi-Fan, meinen Fisch bevorzuge ich geräuchert oder gegart, und Reis schmeckt mir heißgemacht ebenfalls besser. Schließlich und endlich muss ich ehrlich gestehen, dass mir die Nuancen, an denen sich Sushi-Profis ergötzen, vollkommen entgehen. Für mich schmecken die verschiedenen Varianten, die einem serviert werden (Maki, Kawasaki, was weiß denn ich) wenn schon nicht gleich, aber doch recht ähnlich…
Genug der Ketzerei. Hin und wieder müssen es Sushi sein, und gerade an heißen Tagen ist so ein Teller mit diesen Röllekens und ein, zwei eiskalte Bier der reinste Lebensretter. Wenn mich danach gelüstet, dann geh ich hier hin.

Kuchi
Kantstr. 30

10623 Berlin
030 31 50 78 16

www.kuchi.de